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Kritik im Falter "Jack the Ripper" 2016

Kritik "Jack the Ripper"

Interview mit den Niederösterreichischen Nachrichten Hollabrunn

Beitrag in Niederösterreich Heute auf ORF NÖ vom 10.12.2011

Kritik in der Landeszeitung der NÖN (8.11. 2011)

Kritik NÖN Hollabrunn (6. 11. 2011)

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Interview mit dem Schweizer Magazin 20 Minuten Online

Nazi-Satire, amtl. gepr.

10. November 2011 11:51; Akt: 10.11.2011 12:32 Print

Aus dem Liebesleben der Eva Braun

von P. Dahm - «Fräulein Braun» gilt als eines der provokantesten Theaterstücke der letzten Jahre. So provokativ, dass bei Proben in Österreich das Innenministerium mithörte. Die Hauptdarstellerin erklärt wieso.

Das Theater Westliches Weinviertel im österreichischen Guntersdorf gibt derzeit «Fräulein Braun», ein Stück über die Liebeskarriere der Eva Braun. Im Alter von 17 Jahren lernte sie als Mädchen Adolf Hitler kennen, mit dem sie sich einen Tag nach der Hochzeit im Führerbunker das Leben nahm. Wir sprachen mit Hauptdarstellerin Ursula Leitner über das Satire-Spiel.

20 Minuten Online: Wen lernen wir in «Fräulein Braun» kennen?
Ursula Leitner:
Das Stück ist eigentlich ein Monolog, der für eine Schauspielerin und einen Deutschen Schäferhund geschrieben wurde, der von einem Schauspieler gespielt wird. Geschrieben hat ihn Ulrich Hub, der sich intensiv mit Brauns Biographie und Historie auseinandergesetzt hat. Es geht vom ersten Treffen mit Adolf Hitler bis hin zur Zyankali-Kapsel im Hochzeitsbett. Sie verliebt sich, wird Hausherrin auf dem Berghof, wird schliesslich erste Frau Deutschlands und bringt sich Stunden später um.

Das ORF titulierte das Stück als «eines der provokantesten Theaterstücke, die in den letzten 20 Jahren geschrieben wurden». Zu Recht?
Die Reaktionen nach der Premiere waren positiv. Auch weil die Geschichte Eva Brauns nicht wirklich bekannt ist. Natürlich gibt es auch den einen oder anderen, der nach dem ersten Akt nicht mehr dasitzt.

Wie erklären Sie sich das?
Ich kann nur spekulieren. Bei denjenigen, die die Zeit durch Grosseltern, Eltern oder selbst erlebt haben, sind es vermutlich eigene Erfahrungen. Ohne Distanz nehmen sie es vielleicht persönlich. Aber Eva Braun war ein Mensch. Auch Adolf Hitler war ein Mensch, obwohl er schreckliche Sachen gemacht hat. Aber es ist eine Tatsache, dass Menschen zu so etwas fähig sind – und vielleicht schockiert die Leute das einfach.

Sehen diese Zuschauer ihre Eva als zu «menschlich» dargestellt?
Eva Braun hat Hitler ja ganz anders wahrgenommen als wir das heute tun. Sie hat natürlich den Mann gesehen, in den sie sich verliebt hat. Ich glaube allerdings, dass es am Schluss nicht die Liebe war, die sie dazu bewegt hat, zu heiraten. Ich glaube, es war Engstirnigkeit: Jetzt habe ich so lange durchgehalten, da will ich wenigstens am Ende noch Frau Hitler werden.

Also doch eine Provokation?
Das Stück provoziert, weil man satirisch über die NS-Zeit spricht. Aber ein Charlie Chaplin hat sich auch satirisch und komödiantisch mit dem Thema auseinandergesetzt. Wichtig ist nicht, wie man sich mit damit befasst, sondern dass man sich überhaupt damit befasst. Die Leute neigen dazu zu vergessen, dass so etwas immer wieder passieren kann. Darüber muss man sprechen.

Bevor «Fräulein Braun» Premiere feiern konnte, sah sich ein Beamter des Innenministeriums das Stück an. Warum?
Das Theater und die Schauspieler müssen sich absichern. Das Stück darf nicht wie ein Glorifizieren der NS-Zeit rüberkommen. Unsere Bühne ist ein fünf Meter grosses Hakenkreuz: Das darf man nur im Rahmen der Kunst so machen. Das Wiederbetätigunsgesetz verbietet das Zeigen von NS-Symbolen, die Leugnung des Holocaust und die Verherrlichung des Nationalsozialismus.

 

http://www.20min.ch/news/ausland/story/Aus-dem-Liebesleben-der-Eva-Braun-13907354

noe.orf.at (6. 11. 2011)

Provokante Satire: Das Leben der Eva Braun

Im „Theater Westliches Weinviertel“ (TWW) ist nun das Theaterstück „Fräulein Braun“ zu sehen, es geht um das Leben von Eva Braun, der Geliebten Hitlers. Es ist wohl eines der provokantesten Theaterstücke, die in den letzten 20 Jahren geschrieben wurden.

Sie ist weltberühmt, Charlie Chaplins Slapstickparodie von Adolf Hitler im Film „Der große Diktator“. Seitdem gibt es immer wieder Komiker und Künstler, die sich mit Hitler und dem Nationalsozialismus komödiantisch und satirisch auseinandersetzen, die Herangehensweise sorgt in den meisten Fällen für rege Diskussionen.

„In den falschen Mann verliebt“

Auf der Bühne des TWW in Guntersdorf ist nun das Stück „Fräulein Braun“ zu sehen. Es befasst sich größtenteils satirisch mit dem Leben Eva Brauns. Der Text des deutschen Autors Ulrich Hub lässt groteske, aber auch tragische Momente auf der Bühne entstehen. „Es ist also nicht ausschließlich eine Komödie. Im Kern ist es die Geschichte einer jungen Frau, die sich schlicht und ergreifend in den falschen Mann verliebt“, sagt der künstlerische Leiter des TWW und Regisseur Christian Pfeiffer.

Braun war 17 Jahre alt, als die Beziehung zwischen ihr und Adolf Hitler ihren Anfang nahm. Eine Beziehung, die am Tag nach der Hochzeit mit dem gemeinsamen Selbstmord im Führerbunker endete. Das junge Schauspielerpaar Ursula Leitner und David Jakob, das durchgehend auf der Bühne steht, überzeugt in dem kleinen Theaterraum, wo das Publikum die Darsteller von allen Seiten beobachten kann.

Szene aus "Fräulein Braun"

ORF

Innenministerium war bei Proben dabei

Leitner und Jakob finden es gut, dass die Zeit des Nationalsozialismus mit diesem Stück wieder ins Gedächtnis gerufen wird. „Ich glaube, es ist nicht auszuschließen, dass so etwas noch einmal passieren kann, deshalb ist es wichtig, das Thema immer wieder unter die Leute zu bringen“, sagt Ursula Leitner.

Bei den Proben war wegen der heiklen Thematik auch das Innenministerium mit dabei. Man habe einfach auf Nummer sicher gehen wollen, sagt Pfeiffer. „Das Plakatmotiv mit dem Hitlergruß etwa, es sind einfach so Geschichten, die wir im Vorfeld abklären wollten, sowohl für uns als auch in der öffentlichen Wahrnehmung, dass es da keine Missverständnisse gibt“, sagt Christian Pfeiffer.

http://noe.orf.at/news/stories/2508216/

NÖN (25.10.2011)

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